Tourismus: Neue Einflussfaktoren auf das Reisen von morgen.

TEXT: Dr. Michael W. Preikschas

Die Tourismusbranche ist durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst. Internationales Reisen ist in den letzten Monaten beinahe völlig zum Erliegen gekommen. Grenzen waren oder sind geschlossen — Hotels sind leer. Im April des Jahres 2019 wurden 6,8 Millionen Flugreisende über das internationale Drehkreuz Heathrow in Großbritannien abgefertigt. Im April 20020 waren es 200.000 Passagiere. In ganz Europa ging der Flugverkehr um 85 Prozent zurück. Auch in Zukunft, ist eher mit weniger Reisenden zu rechnen. Außerdem überdenken die Touristen ihre Reiseziele. Familien sind eher darauf bedacht den Punkt Sicherheit in ihre Reiseplanungen einzubeziehen. Urbane Reiseziele -Städtereisen beispielsweise — werden weniger interessant werden. Dagegen stehen abgelegene Destinationen, welche Entspannung aber wenig Kontakt zu anderen Menschen nach sich ziehen, höher im Kurs.

Zusätzlich haben die von der Pandemie beeinflussten Menschen weniger Geld im Reisesparschwein. Reisen erscheint schon heute als Luxus. Die Rezession lässt viele Menschen negativ in die Zukunft schauen. Bei denen, die den Job schon verloren haben, scheint eine „gewöhnliche“ Reise als unwahrscheinlich. Diese aktuellen Entwicklungen werden sich mit den gesellschaftlichen Veränderungen — gegeben durch die neue Reisegeneration, geboren nach der Jahrtausendwende — zu modernen Reisegewohnheiten wandeln. Einige dieser Mikrotrends beim Reisen sind:

Automatisierte Unterkünfte: In der Nach-Corona-Zeit werden Hotels verstärkt darauf achten, dass alle Einrichtungsgegenstände einfach zu reinigen sind. Sie werden Teppiche aus den Fluren verbannen, von überflüssigen Kissen Abstand nehmen und das Bestellen in Restaurants wird — weg von der mit Kreide beschriebenen Tafel — zu einem digitalen Bestellsystem umgebaut. Die Küche wird weniger unterschiedliche Gerichte anbieten, um weniger Lebensmittel lagern zu müssen. Außerdem sind eine Automatisierung des Check-in und -out Prozesses, Roboter als Servicepersonal oder Chatbots als Ansprechpartner bei Fragen denkbar. Was bei dem Chinesischen Internet-Giganten Alibaba schon vor einigen Monaten als “Hotel der Zukunft” vorgestellt wurde, könnte dann zur Normalität werden.

Bleisure Reisen: Das Kunstwort “Bleisure” ist eine Kreation aus Business und Leisure, und beschreibt die Kombination von Geschäftsreisen und Urlaub. Bei jungen Geschäftsreisenden ohne Familienanhang wird dieser Trend in der Beliebtheit steigen. Der Single-Reisende absolviert seinen Geschäftstermin und verlängert den Aufenthalt in der Urlaubsregion um ein bis zwei Tage. Diese Urlaubsform wird begünstigt durch den flexiblen Character des Reisenden und die sogenannte “Gig-Economie”, die zunehmend freiberuflich tätige Reisende erzeugt. Geringeres Einkommen wird einer “neun bis fünf Uhr Tätigkeit” vorgezogen und Urlaub agil den Gegebenheiten angepasst.

EcoTourismus: Der Tourismus der jungen Generation folgt nicht den Pfaden der Massen. Das Risiko einer Ansteckung ist auf einsamen Wegen geringer als in der Großstadt oder am überfüllten Strand von El Arenal auf Mallorca. Dies deckt sich mit dem bereits existierenden Nachhaltigkeitsgedanken der Millennials. Individualtourismus wird zunehmend auch ökologisch unbedenklich.

Innovatoren erreichen mehr Umsatz und Gewinn, neue Kunden und Märkte. Trends früh erkennen, daraus Bedürfnisse richtig und rechtzeitig ableiten, neue Lösungen zum Erfolg entwickeln — das ist ihr Geschäft. Sie arbeiten intern im Netzwerk und extern mit Partnern. Marketing und Vertrieb sind früh eingebunden. Innovationen beginnen mit Ideen und gelingen durch strukturiertes Management.

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Beiträge von Dr. Michael W. Preikschas & Dr. Michael Schuricht zu Trends und innovativen Geschäftsideen

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