Supply Chain: Die Gestaltung der Lieferketten nach einer Pandemie

TEXT: Dr. Michael W. Preikschas

Erst war es das Toilettenpapier und nun das Mineralwasser. Es scheint als würde die Chaos-Theorie ihre „Finger im Spiel“ haben. Schwankende Preise beim Einzelhändler unseres Vertrauens können von uns Kunden nur mittelbar mit der Krisensituation in Verbindung gebracht werden. Welche Folgen hat die Corona Krise tatsächlich auf unsere Supply Chain? Die Johns Hopkins University (https://hub.jhu.edu) hat nun eine Studie zum Einfluss der Pandemie auf die globale Supply Chain veröffentlicht. Daraus wird deutlich, dass die Einflüsse auf die Weltwirtschaft vor allem aus der sehr ernsten Situation in China resultieren. Auf der einen Seite haben die Unternehmen in China einen großen Anteil an Zulieferteilen, von Einzelteilen bis Baugruppen, für die Fertigungsunternehmen der Erde. Dies führt bei einem längeren Produktionsstopp automatisch zu Peitscheneffekten (Anstieg der Bedarfskurve über die Zeit) bei den Abnehmern in den folgenden Marktstufen. Auf der anderen Seite ist China selbst ein wichtiges Importland für Rohstoff — oder Produkte, die schon wenigstens einen Verarbeitungsschritt hinter sich haben, den sogenannten Einsatzstoffen. Beispielsweise führte dies zu einer Problematik unter den Kohlelieferanten aus der Mongolei, die nun nicht mehr in der Lage sind, ihren Brennstoff nach China zu liefern. (www.nytimes.com)

Des Weiteren hatten Hamsterkäufe einen signifikanten Einfluss auf die Lieferkette. Dabei hat sich gezeigt, dass besonders kleine Firmen und Händler davon tangiert wurden. Große Handelskonzerne, wie Walmart oder Tesco, mit größeren Lagerbeständen und langfristigen Einkaufsstrategien waren dabei erheblich besser aufgestellt. Hier ist die Beschaffung weniger darauf ausgerichtet mit einem Lieferanten den besten Preis zu verhandeln. Vielmehr haben die Konzerne den Preis der Lieferanten selbst bestimmt. Single Sourcing Strategien und ein Lieferanten-Hopping zu immer billigeren Anbietern war aufgrund der Marktmacht selten. Für kleinere Unternehmen liegt der Schlüssel einer Reaktion in der Verwendung von innovativen Technologien. Sensorik und Software, die es ermöglicht früh zu erkennen ob in der Supply Chain eine Problematik zu erwarten ist und ein vorausschauendes Management ermöglicht.

Eines der größten deutschen Logistik Unternehmen ist die Deutsche Bahn. Mit der Unternehmenstochter DB Systel (www.dbsystel.de) hat man IT-Lösungen in den Konzern eingebunden. Neben der Blockchain-Technologie, zur Steuerung des Güterverkehrs, werden hier vor allem Anwendungen zur Analyse und Verwendung von Daten erarbeitet. Dabei arbeitet man mit einem sogenannten „Digitalen Zwilling“. Jeder Güterwagen hat eine eindeutige Nummer , sämtliche zum Waggon anfallenden Daten werden dieser Nummer zugeordnet. Damit erstellt die Deutsche Bahn ein virtuelles Abbild des Waggons aus Einzeldaten. So kann, obwohl nicht jeder Waggon einen eigenen GPS Sender mit sich trägt, aus Positionsdaten, Wagenzahl und -abmessungen, Streckenverlauf und Geschwindigkeit ein genauer Netzplan mit jedem einzelnen Waggon entstehen. Über das Kundenportal link2rail (link2rail.dbcargo) können Kunden dann genau herausbekommen, wo ihre Waren stecken.

Innovatoren erreichen mehr Umsatz und Gewinn, neue Kunden und Märkte. Trends früh erkennen, daraus Bedürfnisse richtig und rechtzeitig ableiten, neue Lösungen zum Erfolg entwickeln — das ist ihr Geschäft. Sie arbeiten intern im Netzwerk und extern mit Partnern. Marketing und Vertrieb sind früh eingebunden. Innovationen beginnen mit Ideen und gelingen durch strukturiertes Management.

#SupplyChain #KI #IoT #Blockchain

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Beiträge von Dr. Michael W. Preikschas & Dr. Michael Schuricht zu Trends und innovativen Geschäftsideen

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