FemTech: Frauenpower nicht nur für die Gesundheitsbranche

TEXT: Dr. Michael W. Preikschas

In den vergangenen Jahren beobachten wir neben der Stärkung von Frauenrechten auch eine zunehmende Präsenz von Frauen bei technologischen Themen. Stellvertretend dafür stehen die sogenannten FemTech Unternehmen. Diese Firmen nutzen innovative Technologien, um insbesondere Produkte für Frauen — vor allem in der Gesundheitsbranche — zu entwickeln. Dabei steht nicht unbedingt der monetäre Benefit im Vordergrund, sondern das Ziel Lösungen zu finden, für Probleme, denen besonders das weibliche Geschlecht ausgesetzt ist. Für gewöhnlich werden dabei im gesamten Innovationsprozess (auch) Frauen eingesetzt.

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Emergen Research prognostiziert das Marktvolumen für FemTech Unternehmen in 2027 mit 60 Milliarden US-Dollar. Dabei wird der Bedarf vor allem durch zunehmende Kenntnis über frauenspezifische Erkrankungen begründet. Darüber hinaus wird es in den Schwellenländern zu einer Akzeptanz aller Geschlechter kommen. Dies wird die eingesetzten Technologien und Medikamente in Bereichen wie Geburten, Neuronale Erkrankungen oder Transformationen unterstützen. Außerdem werden mehr Frauen in Technologieunternehmen eingesetzt, welche sich mit Healthcare oder Hygiene beschäftigen. Spezifische weibliche Produkte und Dienstleistungen werden die Folge sein. Die Studie zählt weltweit mehr als 200 FemTech Start-ups. Vielen von ihnen werden zumindest in Teilzeit von Frauen geführt.

Zu welchen innovativen Lösungen feminine Unternehmen kommen, findet sich folgend in drei Beispielen:

Die US-Dating-App Bumble hat angekündigt, Personen, die sexuelle Übergriffe erlebt haben, eine kostenlose Trauma-Unterstützung anzubieten. Dafür arbeitet Bumble mit dem Remote-Trauma-Support-Anbieter Bloom zusammen. Bloom bietet Onlinekurse von und für Überlebende sexueller Übergriffe und Belästigung an. Bumble-Nutzer können auf die Onlinekurse zugreifen und zudem bis zu sechs Therapiesitzungen erhalten. Wird übergriffiges Verhalten in der App gemeldet, erhält die betroffene Person einen Zugangscode zu Bloom. Das Angebot wird zunächst in Englisch und Spanisch verfügbar sein. Weitere Sprachen sollen folgen.

Die Werbeagentur TBWA\Paris hat für die Frauenschutzorganisation HandsAway Billboards kreiert, die statt Werbung zu zeigen, Straßen in Paris beleuchten, um sie sicherer zu machen. Im Zuge der Kampagne „Fearless Night“ wurden 300 bestehende Werbetafeln umgebaut, damit sie 20 Prozent heller leuchten als bisher. Sie befinden sich in den dunklen und von Frauen gemiedenen Straßen von Paris und leuchten zwischen 9 Uhr abends und 7 Uhr morgens, sodass sich Frauen etwas sicherer fühlen können. HandsAway will so auf das Problem aufmerksam machen, dass sich viele Frauen nachts nicht alleine auf die Straße trauen.

Die brasilianische Buchhandlung Gato Sem Rabo in São Paulo verkauft nur Werke von Frauen. Nach eigenen Angaben ist Gato Sem Rabo damit die erste Buchhandlung in Brasilien mit diesem speziellen Fokus auf Autorinnen. Autorinnen kämpfen teilweise noch immer um Anerkennung und Sichtbarkeit gegenüber männlichen Autoren. Die Gründerin Johanna Stein möchte mit der Buchhandlung gezielt weibliche Stimmen fördern und für Kunden die Suche nach diesen weiblichen Perspektiven vereinfachen. Der Name der Buchhandlung wurde dazu passend aus einer Kurzgeschichte der Schriftstellerin Virginia Woolf gewählt.

Innovatoren erreichen mehr Umsatz und Gewinn, neue Kunden und Märkte. Trends früh erkennen, daraus Bedürfnisse richtig und rechtzeitig ableiten, neue Lösungen zum Erfolg entwickeln — das ist ihr Geschäft. Sie arbeiten intern im Netzwerk und extern mit Partnern. Marketing und Vertrieb sind früh eingebunden. Innovationen beginnen mit Ideen und gelingen durch strukturiertes Management.

#FrauenPower #DivineEnergy #FemTech #Healthcare

Beiträge von Dr. Michael W. Preikschas & Dr. Michael Schuricht zu Trends und innovativen Geschäftsideen

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